Es ist da

Donnerstag.
20.07.2017
Kraftakt.
Anstrengung.
Schreie.
„Oh, schauen sie, ein Gewitter.“
Ruhig und tief atmen.
„Pressen. Sehr gut! Weiter so!“
Blitze zucken.
„Halt! Halt!“
Erschrockene Gesichter.
„Und jetzt wieder pressen. Weiter so!“
Gedanken fliegen.
„Noch ein bisschen……. und entspannen.“
Regen prasselt ans Fenster.
„Pressen! Sie machen das gut!“
Gequetschte Finger.
„Halt!“
Die letzten Reserven.
„Jetzt wieder pressen! Noch ein bisschen……“
03:04 Uhr
Geschrei. Tränen.
Erleichterung. Gefühlstaumel.
Verwunderung. Faszinierung.

Und auf einmal war es die große Liebe.
Ruhe.
Herzlichen Glückwunsch.
Neues Leben.

Karl ist da.
Endlich.
Karl der kleine. Karl der süße. Karl mein Sohn. Unser Sohn.
Er belegt alle freien Minuten. Direkt und indirekt.
Er ist in meinen Gedanken. Er ist in meinem Herzen.
Er beherrscht schon jetzt einen Großteil meines Handelns.
Doch ich bin noch vorsichtig. Übervorsichtig.
Möchte nichts kaputt machen.
Aber Babys sind robust. Sagen die Hebammen.
Und die Ärzte auch.
Zwei-, dreimal Wickeln und man hat den Dreh raus.
Auch mit dem Halten.
Kopf stützen!
Einfach auf den Arm legen oder Fliegergriff.
Auf dem Bauch liegt er mir aber am Liebsten.
Der Karl.
Das süßeste Baby, das ich jemals gesehen habe.
Klar, ist auch meins.
Klar? Karl.

Er ist noch ruhig. Regelrecht gechillt. Aber das ändert sich.
Ausdauernd ist er noch nicht,
doch das mit dem Stillen klappt auch noch.
Sagen die Hebammen.
Geduld.
Ruhe.
Zeit.

Zeit wurde es tatsächlich.
Das Karl endlich kommt. Uns erweitert. Uns komplettiert.
Nun steht das Team. Und muss funktionieren.
Bisher tat es das.
Doch die Spiele waren recht leicht.
Dritte und Vierte Liga.
Nun beginnt aber die Championsleague.
Karl ist König. Und wir richten uns. So gut es geht.
Soweit es geht.
Doch auch das wird sich ändern. Mit der Zeit.
Ja, die Zeit. Sie wird zeigen, was es heißt, Eltern zu sein.
Gute Eltern. Verlässliche Eltern.
Liebevolle Eltern. Beschützende Eltern.

Geduld werden wir brauchen. Viel davon.
Augenringe sind vorprogrammiert.
Schlafmangel auch.
Nichts passiert gleich.
Nichts passiert weil wir es wollen.
Er kennt uns noch nicht. Wir kennen ihn noch nicht.
Das wird schon. Wir lernen uns kennen. Geduld.

Ruhe wird das Motto sein.
Ruhiger Umgang. Ruhige Nerven. Nicht immer.
Aber wenigstens immer kontrolliert.
Ruhige Stimmen. Ruhiges Begleiten.
Bestimmt. Aber ruhig.

Karl macht Spaß. Riesen Spaß! Er muss nur das sein.
Süß. Klein. Sabbernd. Brabbelnd. Pupsend.
Ein Leben ohne ihn? Wie konnte das funktionieren?
Jetzt im Nachhinein gar nicht.
Er hat immer gefehlt.

Hallo Karl! Wir freuen uns auf Dich!

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