Zu mir oder zu dir?

Lieber erst mal zu mir: 

Marcel, männlich, 37, nicht verheiratet, in freudiger Erwartung des ersten Kindes. 

Zusammenfassung gefällig?

Vor nicht ganz zwölf Jahren lernte ich die baldige Mutter meines Kindes kennen. Alles war wunderbar. Liebe, zusammenwohnen, mehrere Umzüge, viele Hoch und Tiefs. 

Bis wir durch einen tragischen Unfall sesshaft wurden. 

Haus, Grundstück, Garten. 

Alles gut soweit. 

Irgendwann fingen die Verwandten an zu gängeln. 

Enkelkind? Neffe? 

„Ja wann ist es denn soweit? Ihr habt doch Platz!“

Nach dem Studium.  

Nach dem Urlaub. 

Nach dem Festival. 

Nach der Weiterbildung. 

Nach außen suchten wir nach aufschiebenden Ausreden. 

Nach innen überlegten wir uns, ob wir bereit wären, ein Kind zu bekommen. 

Verpflichtungen. Schlaflose Nächte. Sorgen. 

Im Freundeskreis wurden die Babys immer mehr. Und die Lust auf ein eigenes stieg. 

Sehr. 

Pille abgesetzt. Scharf geschossen. Treffer. 

Alles ging schneller als erwartet. 

Der erste Schwangerschaftstest war positiv. Zur Sicherheit noch ein zweiter. Auch positiv. Perfekt. 

Nun hieß es Ruhe bewahren. 

Bis zur zwölften Schwangerschaftswoche warten. 

Zufälligerweise fiel dieser Tag auf Weihnachten. 

Ein tolles Geschenk. 

Tränen. Verwunderte Blicke. Freude. 

Ab diesem Tag war nichts mehr wie es war. Und wird es auch wohl nie wieder sein…. 

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